T-förmige Menschen

T-förmige Menschen haben tiefe Kenntnisse/Fähigkeiten in einem Bereich und eine breite Basis an allgemein unterstützenden Kenntnissen/Fähigkeiten. Wenn man diese Tiefe und Breite visuell darstellt, erhält man eine T-Form. Die genauen Angaben sind von Person zu Person unterschiedlich. Zu Beginn kann man feststellen, dass sein Wissen/Fähigkeiten-Set eher wie ein „I“ (ein Spezialist ohne Allgemeinwissen) aussieht, oder vielleicht ein „–“ mit unterschiedlichem Allgemeinwissen, aber keiner Spezialisierung. Wenn einer der beiden oben genannten Punkte zutrifft, gibt es keine Probleme.

Benefits

Wenn man sich dazu verpflichtet, T-förmig zu werden, erhält man die Vorteile der Spezialisierung und Verallgemeinerung, während man die Fallstricke vermeidet, nur ein Spezialist oder Generalist zu sein.

Man ist besser in der Zusammenarbeit mit anderen.

Weil man über ein breites Wissensspektrum verfügt, weiß man gerade genug, um mit Spezialisten aus verschiedenen Bereichen zu kommunizieren. Dies erleichtert die Zusammenarbeit erheblich. Wenn man zum Beispiel Geschichte mit einem grundlegenden Verständnis von Datenvisualisierung studiert hat, wird man viel effektiver mit dem Informatikstudenten arbeiten können, der hilft, einen historischen Trend für ein Projekt zu modellieren.

Man bleibt interessiert.

Wenn man sich auf nur einen Bereich konzentriert, kann es monoton werden. Egal wie faszinierend das Thema auch sein mag. Vielfalt ist der Schlüssel, um den Verstand zu beschäftigen. T-förmige Menschen haben immer andere Bereiche, in die man eintauchen kann, wenn man eine Pause von seiner Spezialität braucht.

Man erlebt die Zufriedenheit der Tiefe.

Auch wenn man sich in verschiedenen Bereichen bewegt, um sich nicht zu langweilen, kann man die Zufriedenheit erleben, die das tiefe Tauchen in einem Themenbereich mit sich bringt. Je tiefer man geht, desto mehr erkennt man, wie groß der Wissensbereich ist.

Man wird kreativer.

Es gibt eine klassische Idee in der Kunst (und in der Wirtschaft), dass die größten Ideen an der Schnittstelle der Disziplinen entstehen. Wenn man über eine breite Wissensbasis verfügt, baut man Immunität gegen das „Paradox der Expertise“ auf, wo das fortgeschrittene Wissen die Fähigkeit neue Ideen zu sehen, trübt.

Man wird für Arbeitgeber attraktiver.

Dies geschieht aus zwei Gründen. Der erste ist, dass man einen herausragenden Lebenslauf haben wird, verglichen mit jemandem, der sich nur auf seinen Major konzentrierte und sich nie verzweigte. So ist man in der Lage, mehr in einen Job einzubringen als jemand, der nur die Anforderungen erfüllt, die die Stelle vorgibt. Zweitens, eine T-förmige Person zu sein, macht einen interessanter.

Selbstbewertung

Zuerst muss man beurteilen, welche Fähigkeiten und Kenntnisse man bereits hat. Darüber hinaus muss man seine Fähigkeiten in jedem Bereich bewerten. Man kann dies tun, wie man will, aber eine Tabelle, in der man alle Fähigkeiten und Kenntnisse aufschreibt, die man sich vorstellen kann, und dann jede auf einer Skala von 0-5 bewertet, kann helfen. Hierbei hilft das Dreyfus Modell.

0 – Man weiß (fast) nichts außer dem Namen des Gebietes. Man will es lernen, hat es aber nicht geübt oder studiert.
1 – Anfänger. Man hat angefangen zu lernen, aber man weiß noch nicht, wie man etwas tun soll. Wenn man es mit einem Studium vergleichen will, ist man in den ersten Wochen eines Grundkurses.
2 – Fortgeschrittener. Man kann ein paar Dinge alleine machen, aber man braucht immer noch viel Unterstützung.
3 -Fachkraft. Man hat das Einführungsmaterial hinter sich gelassen, und man findet heraus, wo man die verschiedenen Regeln anwenden kann, die man gelernt hat.
4 – Erfahrene Fachkraft. Man kann Dinge tun, an die die meisten Menschen nicht einmal denken können. Man ist nicht perfekt, und man muss sich noch überlegen, was man in bestimmten Situationen tun soll.
5 – Experte. Man arbeitet vor allem mit Intuition, und für einen Außenstehenden sieht seine Leistung wie Magie aus.

Und jetzt?

Sobald man diese ehrliche Selbsteinschätzung durchgeführt hat, muss man feststellen:

  • Wo man sein Wissen und seine Fähigkeiten verbessern will.
  • Wo man sich wohl fühlt.
  • Was man hinzufügen will.
  • Wo man tief gehen will.

Hier die einzelnen Punkte aufgeschlüsselt

1. Verbesserung

Wenn man sich für jeden seiner vorhandenen Bereiche bewertet, hat man wahrscheinlich bemerkt, dass man sich mehr wünscht. Man kann hier sofort beginnen.

2. Wartung

In einigen Bereichen ist man mit seinem Niveau vollkommen zufrieden und hat kein Interesse daran, weiter zu arbieten. Das ist in Ordnung. Man sollte seine Zeit nicht damit verschwenden, Bereiche zu verbessern, die keine Rolle spielen.

3. Ergänzung

Das sind Dinge, von denen man derzeit nichts weiß, aber lernen will. Es sind die Bereiche, die man in einer Self-Assessment-Tabelle mit „0“ markiert hat. Vielleicht muss man sie lernen, um sich selbst zu einem besseren Jobkandidaten zu machen, oder vielleicht sind sie einfach nur interessant. Was auch immer der Grund ist, man will anfangen zu lernen.

4. Tiefe

Schließlich muss man den Bereich identifizieren, in dem man sich spezialisieren möchte. Dies ist der „Stamm“ des „T“. Man weiß vielleicht schon, was dieser Bereich ist. Es könnte ein vorhandenes Gebiet sein; zum Beispiel, was man studiert hat. Es könnte aber auch etwas sein, von dem man nichts weiß, aber wirklich glaubt, dass es nützlich/interessant ist. Unabhängig davon muss man diesen Bereich identifizieren, damit man sich darauf konzentrieren kann.

T-förmige Menschen in der Praxis

Wie sieht es im Alltag aus, eine T-förmige Person zu werden? Folgenden Punkte können der Schlüssel zum Erfolg sind:

1. Es zur Gewohnheit machen.

Man muss die Entwicklung des eigenen T-förmigen Selbst zur Gewohnheit machen und in tägliche Abläufe einbinden, z.B. können Themen zur eigenen To-Do Liste hinzugefügt werden.

2. Regelmäßige Bewertung des eigenen Fortschritts.

Inspect and Adapt. Die Praxis zur Gewohnheit zu machen ist der erste Schritt, aber wenn man sich verbessern will, muss man seine Fortschritte regelmäßig bewerten. Wenn man ein bestimmtes Wissensgebiet testen möchte, kann man eine wissenschaftliche Arbeit darüber lesen und das Verständnis von 1-5 bewerten. Außerdem interessant ist die Feynman-Technik: Man nimmt sich ein Stück Papier und schreibt alles auf, was man über das Thema weiß. Man findet schnell die Lücken in seinem Wissen und unterrichtet seine Fähigkeiten. Man kann sich auch aufnehmen, wenn man 5 Minuten lang über ein beliebiges Thema spricht. Es sollte einfach sichergestellt sein, dass man sich regelmäßig testet und seine Praxis entsprechend anpasst.

3. Spezialisierungen besondere Aufmerksamkeit schenken.

Für den Bereich, in dem man Experte werden will, muss man besonders auf den eigenen Fortschritt achten. Hierzu kann man versuchen die einzelnen Stufen des Dreyfus Modells zu erklimmen. Auch die Suche nach einem Mentor kann nachhaltig von Vorteil sein.

4. Dekonstruktion von Fähigkeiten.

So etwas wie „Klettern lernen“ ist ein riesiges, vages Ziel. So groß, dass es sich unmöglich anfühlen kann und so vage, dass es unmöglich sein wird, wenn man es nicht konkreter macht. Um die Überwältigung zu überwinden, sollte man die Fertigkeit aufbrechen. In diesem Beispiel könnte man sich auf die reine Fußpositionierung oder die Stärkung der Finger konzentrieren.

Der Aufbau eines T-förmigen Satzes von Wissen und Fähigkeiten ist eines der wertvollsten Dinge, die man für seine zukünftige Karriere und persönliche Entwicklung tun kann. Die Kombination aus verbesserten Berufsaussichten und endlosem intellektuellem Engagement ist etwas, wovon die meisten Menschen nur träumen werden, aber man ist in der Lage, es durch seine Gewohnheiten und sein Engagement für den Prozess Wirklichkeit werden zu lassen. Ich wünsche dir viel Erfolg auf deiner Reise.

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