Entscheidungen treffen

Entscheidungen zu treffen ist oft eine der größten Herausforderungen in agilen Teams. Hier ein kurzer Artikel über die Grundlagen der Entscheidungsfindung.

Mythen bei Entscheidungen

Besonders in klassisch hierarchisch aufgebauten Unternehmen haben sich Muster etabliert. Sobald man diese erkennt, kann man ihnen aktiv begegnen und sie durchbrechen.

„Je höher oben die Entscheidung, desto besser ist sie“

Die Entscheidung eines Geschäftsführers hat also mehr Qualität, als die eines Abteilungsleiters. Diese Einstellung führt jedoch zu einer Zentralisierung, bei der eine Person alles dominiert. Teammitglieder sträuben sich dementsprechend davor Entscheidungen zu treffen, da sie davon ausgehen, dass diese sowieso im Organigramm nach oben verlegt werden.

„Je länger man eine Entscheidung betrachtet, desto besser die Entscheidung“

Dies ist nicht immer der Fall. Entscheidungen können veralten und stagnieren, wenn sie zu lange auf sich warten lassen. Je komplexer das Thema jedoch ist, desto mehr Zeit muss normalerweise eingeräumt werden. Jedoch sollte diese Zeit nicht ausschließlich zum Denken verwendet werden, sondern um zu experimentieren.

„Eine gute Entscheidung, die spät getroffen wird, ist besser als eine mittelmäßige Entscheidung, die früh getroffen wird“

Eine Entscheidung, die einem Team wirklich zugutekommt, muss früh und nicht in letzter Minute getroffen werden. Zeitliche Faktoren legen oft fest, dass eine Entscheidung getroffen werden muss. Selbst wenn man die beste Entscheidung nicht trifft, muss zumindest eine Entscheidung rechtzeitig getroffen.

Ursachen für ineffektive Entscheidungsfindung

Oft werden Entscheidungen nicht getroffen, weil hierzu die Grundlage noch gar nicht vorhanden ist. Manchmal kann es jedoch nützlich sein, sich einen Überblick über die Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen man eine Entscheidung trifft.

Definition klarer Ziele und VorgabenEntscheidungen

Agile Teams handeln nicht, weil sie nicht wissen, in welche Richtung sie gehen sollen.

Klärung der Position oder Autorität

Entscheidungen werden verschoben, weil Verantwortliche Angst vor den möglichen Folgen haben.

Mangelnde Informationen

Keine Alternative scheint klar ODER alle Alternativen scheinen realisierbar.

Angst vor Veränderungen ablegen

Es ist bequem in der Komfortzone. Entscheidungen zu Veränderung sind jedoch wichtig, denn die Umstände verändern sich. Ebenso muss sich das Team entwickeln und verändern.

Der Problemlösungsprozess der Entscheidungsfindung

Entscheidungen werden in der Regel getroffen, um Probleme zu lösen. Oft hilft es sich diese 7 einfachen Schritte nochmals vor Augen zu führen, um sicherzustellen, dass man keinen übersprungen hat.

1. Identifizierung eines Problems oder einer Gelegenheit

  • Der erste Schritt besteht darin, ein Problem oder Chancen zu erkennen, die sich lohnen.
  • Macht das für unsere Kunden wirklich einen Unterschied?
  • Wie lohnenswert ist es daher, dieses Problem zu lösen oder diese Chance zu nutzen?

2. Informationen sammeln

  • Was ist relevant und was nicht relevant für die Entscheidung?
  • Wer kann helfen, wer hat die Kraft und den Einfluss, dies zu erreichen (oder zu stoppen)?
  • Was muss man wissen, bevor man eine Entscheidung treffen kann?
  • Was hilft einem, die richtige zu treffen?
  • Wird eine direkte und effiziente Kommunikation benutzt (Persönlich > Videochat > Telefonanruf > Instant Message > E-Mail).

3. Analyse der Situation

  • Welche Handlungsalternativen gibt es?
  • Welche unterschiedlichen Interpretationen der Daten sind möglich?

4. Optionen entwickeln

  • Generierung mehrerer möglicher Optionen.
  • Kreativ und positiv sein.
  • „Was wäre, wenn“ Fragen stellen.
  • Wie würde sich jemand anderes die Situation wünschen?

5. Bewertung von Alternativen

  • Welche Kriterien sollten zur Bewertung herangezogen werden?
  • Bewertung auf Machbarkeit, Akzeptanz und Zweckmäßigkeit.
  • Welche Alternative kann die Ziele am besten erreichen?

6. Auswahl einer bevorzugten Alternative

  • Untersuchung der vorläufigen bevorzugten Alternative für zukünftige mögliche negative Folgen.
  • Welche Probleme könnte es verursachen?
  • Welche Risiken bestehen bei dieser Entscheidung?

7. Auf der Grundlage der Entscheidung

  • Erstellung eines Plans zur Umsetzung der Entscheidung.
  • Sind die Ressourcen zur Umsetzung zugewiesen?
  • Ist die Entscheidung von den Kollegen akzeptiert und unterstützt?
  • Gibt es eine Verpflichtung, die Entscheidung zum Erfolg zu führen?

 

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